Rückblick 2007-2017

9. Januar 2017 | Von | Kategorie: Lebensgemeinschaft

Vorwort: Nachdem ich den Artikel „Rückblick“ geschrieben hatte, war ich unter der Dusche. Dort fiel mir auf, dass es im gesamten Artikel nur um die Schwierigkeiten während der letzten Jahre ging. Es wird vielleicht der Eindruck erweckt, alles war soooo schlimm und schwer. Ja es war oft schwer und wird es auch immer wieder mal werden. Doch es gab auch sehr viele schöne und freudige Momente. Wären diese nicht gewesen, könntest du diesen Artikel heute nicht lesen! Etwas mehr dazu am Ende des Artikels.

Die ersten Gedanken zu dem Projekt begannen ca. 2007, durch einen damaligen Bekannten, der eine Finca gepachtet hatte. Mit der Mutter meiner Tochter war daran allerdings nicht zu denken. Nach der Trennung flammte die Idee auf, und es begann in mir zu arbeiten. Als finanzielle Grundlage sollte eine günstige Ferienvermietung, gepaart mit einem kleinen Bauernhof, einem Hausmeisterservice und meine Ersparnisse dienen. Ich schrieb ein ganzes Heft mit Ideen voll und begann, nach einen passenden Ort zu suchen. RückblickSo kam ich im September 2008 zur Finca la Airosa. Mit dem Besitzer verstand ich mich gut, erzählte ihm von meinem Vorhaben und wir schlossen einen fünfjährigen Pachtvertrag ab.
Ich meldete umgehend ein Gewerbe an und begann das Projekt aufzubauen. Als erstes brauchte ich eine Webseite, die ich mit ein paar wenigen Vorkenntnissen recht schnell gestaltete. Danach arbeitete ich mich in das Thema Werbung ein. Schon nach zwei Wochen kam der erste Besucher, der schnell länger bleiben wollte. Hier entschied es sich, dass es kein Ferienprojekt, sondern eine WG werden würde. Meine Zimmerpreisvorstellungen waren keine Preise von einer Ferienunterkunft, sondern die einer WG. Menschen kamen und blieben – oft länger als geplant. Aus drei Tagen als Chouchsurfer, wurden schon mal 3 Monate.
AirosaEs war viel Arbeit, da sich die Finca bei meiner Übernahme in einem schlechten Zustand befand. Die ersten zweieinhalb Jahre hatte ich ein monatliches Arbeitsvolumen von 200-240 Stunden. Innerhalb und außerhalb der Finca. Es war anstrengend, machte aber auch Spaß zu sehen, wie sich alles entwickelte.
Ungefähr nach einem Jahr kam, sagen wir einfach K. auf die Finca. Wir verstanden uns gut. Er war mehr als 2400 km von Deutschland nach Santiago de Compostela gewandert, weiter durch Spanien und ich glaube auch durch Portugal. Er brachte sehr schöne und gute Dinge auf die Finca, mit denen ich vorher nichts zu tun hatte. Sie bereichern mein Leben bis heute, z.b. Meditationen, Osho und andere spannende Personen aus dem Esoterikbereich.
Mitte 2009 durfte ich eine unfassbar tief greifende Erfahrung mit der Liebe, oder besser, mit dem verliebt sein machen. Ich bin hoch geflogen und tief gefallen. Dieses Ereignis und die Erzählungen von K. haben dazu geführt, dass ich mich von Sevilla aus auf den Jakobsweg gemacht habe, eine wunderschöne Erfahrung.
K. hat während dieser Zeit die Finca betreut und nachdem ich zurück war, unterstützte ich ihn mit einem Minijob. Zusätzlich konnte er gegen Mithilfe kostenlos auf der Finca wohnen.
Mitte 2010 waren fast meine gesamten Ersparnisse aufgebraucht. K. konnte ich daher nicht mehr finanziell unter die Arme greifen und ich wusste nicht wirklich wie es weitergehen sollte. Auf dem Geschäftskonto waren von Anfangs 25 000€ nur noch 210 €. Ich hatte mir gesagt, sollte ich meine Reserve von 2000€ anfassen müssen, würde ich das Projekt beenden. Zu dieser Zeit schrieb mich Lisa das erste Mal an. JakobswegIch fragte K., ob er es mir ein weiteres Mal ermöglichen würde, auf den Jakobsweg zu gehen. Ich wollte in mich hinein sehen und herausfinden, wie es weitergehen soll. Er stimmte zu. Ich lies ihm Geld für Tierfutter da, ansonsten musste er mit den Einnahmen durch die Mitbewohner klarkommen. Ich startete in Faro. Eine unbeschreibliche Reise. Ich meditierte vier bis sechs Stunden am Tag während des Gehens und hatte unfassbar wenig Gedanken in meinen Kopf. Das faszinierendste war, dass ich jeden Tag beschenkt wurde. Begonnen hat es mit 20€. Nach 20 Tagen konnte ich mich nicht mehr konzentrieren, irgendetwas arbeitete in mir, ich konnte es jedoch nicht gedanklich erfassen. Zwei Tage später war ich im Internet, öffnete mein Mailpostfach und entdeckte zwei Nachrichten von K. Die erste davon sollte eigentlich nicht an mich gehen. In dieser fragte er einen Bekannten, wie er es anstellen solle, dass er das Projekt übernehmen könne und ich solle gehen. TiereIn der zweiten, an mich gerichteten Mail, teilte er mir mit, dass er kein Geld mehr für Tierfutter hätte. Wenn ich mich nicht innerhalb von 14 Tagen melden würde, verkaufe er die Tiere. Er entschuldigte sich für den Fehlversand der anderen E-Mail und informierte mich darüber, dass angeblich alle Bewohner dafür seinen, dass er das Projekt übernehme. Kurzerhand brach ich den Jakobsweg nach ca. 440 km in Tomar ab, fuhr mit dem Zug nach Santiago und flog ungefähr eine Woche später nach Hause.
Da ich erst einen Tag vor meiner Ankunft auf Teneriffa eine kurze Infomail an K. sendete, waren alle sehr erstaunt über meine Rückkehr. Nach einer interessanten Woche war klar, dass K. das Projekt nicht übernehmen wird. Seine Sonderstellung für kostenloses wohnen strich ich und er hatte drei Tage Zeit sich zu überlegen, ob er Miete zahlen will oder die Finca verlässt. Er ging. Zum Abschluss schrieb er noch eine E-Mail an die Erbengemeinschaft, der Verpächter war kurz zuvor verstorben. K. teilte mir noch mit, dass er nun „Die ganze Wahrheit“ der Erbengemeinschaft geschrieben hätte. Was in dieser Nachricht stand, weiß ich nicht. Das Geld für das Tierfutter hatte er in Verbesserungsarbeiten gesteckt – für seine Vision des Projekts, wenn er die Airosa übernommen haben würde. Er stellte es aber so dar, als ob ich kein oder nicht genug Geld für Tierfutter da gelassen hätte. In kurzer Zeit hatte er es geschafft, die meisten der Mitbewohner gegen mich aufzubringen. Sehr spirituell! Zu dieser Zeit begann ich, intensiv mit Lisa zu schreiben und mich neu zu verlieben. Fast zeitgleich fragte die Schwester des Verpächters und ihr Mann nach einer Unterkunft für ein paar Monate. Ich stimmte zu. Ebenso begann das Guthaben auf dem Geschäftskonto wieder zu wachsen.
In den folgenden Monaten haben ich und Lisa beschlossen, dass sie, Anna und Ole nach Teneriffa kommen würden.
Kurz nachdem die Schwester des Verpächters und ihr Mann die Finca Anfang 2011 verlassen hatten, hat die Erbengemeinschaft beschlossen, mich und das gesamte Projekt, auf Grund von Eigeninteresse, schnellstmöglich auf die Strasse zu setzen. Ich erhielt ein sechsseitiges Schreiben, in dem man mir mitteilte, dass ich die Finca praktisch zerstören würde und alles was ich mache sei praktisch illegal. Ich sollte innerhalb von 14 Tagen einen Auflösungsvertrag unterschreiben, der den Pachtvertrag ebenso schnell beenden sollte. Da die Vorwürfe nicht haltbar waren, entschied ich mich, nicht zu gehen und nahm einen Anwalt, der mir riet, ab sofort keine Miete mehr zu zahlen. Da ich dies nicht wollte, zahlte ich fortan die Miete monatlich, anstatt, wie im Vertrag vereinbart, jährlich.
BewohnerLisa und die Kinder kamen. Einige Zeit später erhielten wir vom Gericht das erste Schreiben. Ich versuchte, mit meinen bis dahin erworbenen Spanischkenntnissen und der Hilfe von Google translator, das Schreiben zu übersetzen. Ich verstand nichts und gab die Unterlagen an unseren Anwalt weiter….der sagte abwarten…nach einem zweiten Schreiben des Gerichts mussten wir die restliche Jahresmiete überweisen und wieder hieß es abwarten. Ab diesem Moment waren wir sehr eingeschränkt mit der Wohngemeinschaft. Jedem der kommen wollte, teilten wir mit, dass es sein könne, dass wir innerhalb von 3 Monaten die Finca auf Grund eines laufenden Gerichtsverfahrens verlassen müssten. Alle Vorwürfe aus dem sechsseitigen Schreiben waren während des Prozesses obsolet geworden, es ging nur noch um die nicht komplett gezahlte Jahresmiete. Wir sprachen mit einigen und selbst unser Anwalt sagte uns, dass er sich nicht vorstellen könne, dass wir gehen müssten, da wir ja monatlich Miete gezahlt hatten. Aber eine Garantie gab es natürlich nicht.
Nach ca. einem dreiviertel Jahr nach dem ersten Schreiben der Erbengemeinschaft, erhielten wir das Urteil: Verloren!
Erst dachten wir: OK, wir gehen. Wir unterhielten uns aber mit einigen Bekannten, keiner konnte es glauben, da wir Miete gezahlt hatten. Alle sagten sie, wer Miete zahlt, geht in Spanien nicht vom gepachteten Grund.
Daraufhin beschlossen wir, eine zweite Meinung einzuholen. Wir machten einen Termin mit unserem Anwalt, um die Unterlagen zu bekommen.
Er war sehr aufgebracht, erzählte uns was von, Sie haben gespielt und verloren und wir sollen das Urteil annehmen wie es nun ist. Er warf uns praktisch die Unterlagen über den Tisch zu.
Die aufgefangenen Unterlagen legten wir dem „neuen“ Anwalt vor, er blätterte sie kurz durch und teilte uns den Grund für den Verlust der ersten Instanz mit: Fristversäumnis. Im Gespräch stellte sich heraus, dass dieser Prozess eigentlich nicht zu verlieren war. Wäre die Frist zur Zahlung der restlichen Jahresmiete eingehalten worden, hätten wir gewonnen! Zudem hatten wir ein Gewerbe auf die Finca angemeldet, dies wäre ein zweiter Grund gewesen, auf keinen Fall zu verlieren, selbst ohne Mietzahlung!
Wir hörten, dass unser erster Anwalt wohl für Bestechung bekannt sei. Wer weiß schon was da dran ist!
Auf Grund der neuen Informationen legten wir Einspruch gegen das erste Urteil ein und gingen in die zweite Instanz.
Weiterhin mussten wir alle Interessierten über die Situation informieren. Dennoch kamen Menschen, um mit uns zu wohnen, nicht alle aber doch ein recht großer Teil.
Am 30.11.2012 erhielten wir ein Schreiben vom Gericht. Das Urteil der ersten Instanz sollte umgesetzt werden und die Finca musste bis zum 07.12.2012 geräumt sein – sieben Tage, eine Frist um Einspruch einzulegen gab es nicht.
Nach Rücksprache mit unserem Anwalt, erstellte ich einen 16seitigen Katalog, mit Vorher- und Nachher-Bildern, inklusive aller Rechnungen über das verbaute Material, sowie eine Stundenkalkulation. Das Raussuchen der Bilder, das Sortieren der Rechnungen und das Zusammenstellen des Katalogs dauerte ca. 2-3 Tage, in denen ich nicht geschlafen habe. Den Katalog brachte ich dann persönlich zum Anwalt, in den Süden Teneriffas…Puh…sehr anstrengend.
Nach etwas Schlaf machte ich mich auf die Suche nach einer ausreichend großen Unterkunft für ca. 10 Personen, mit ausreichend Lagerfläche für Material für rund 25 Personen.
Für 2 400 € mieteten wir für drei Monate zwei größere, nebeneinander liegende Appartments, mit einer riesigen Garage. Die verbleibenden Tage verbrachten wir damit auszuziehen.
UmzugAm Tag der Räumung waren wir in den letzten Zügen des Umzuges. Eine Erbin stand vor der Tür, doch es kam niemand vom Gericht. Die erschienene Erbin zog nach einer Weile wieder ab. Wir packten die restlichen Sachen zusammen und zogen aus. Nach ca. 14 Tagen erfuhren wir, dass die Räumung gestoppt worden war, man jedoch versäumt hatte, uns darüber zu informieren.
Nun waren wir ausgezogen, der Pachtvertrag lief noch fast ein Jahr und die zweite Instanz lief immer noch. Daher beschlossen wir, nicht wieder zurückzukehren und suchten uns eine neue Bleibe.
So landeten wir auf der „Hundefinca“, auf der wir gegen Mithilfe umsonst unterkommen konnten. Nebenkosten zahlten wir selbst. Innerhalb eines Monats richteten wir das Nebengebäude komplett her. Jeden Tag waren wir dort, entfernten erstmal autoweise alte Möbel und Müll der sich in dem nicht genutzten Haus befand. Das gesamte Gebäude wurde renoviert und wir übernahmen eine ausstehende Stromrechnung von rund 850 Euro, um Strom aus der Steckdose zu bekommen. Nachdem wir Strom hatten, mussten wir die Elektrik austauschen, da es immer wieder zu Kurzschlüssen kam wenn wir größere Mengen an Strom auf einmal benötigten.
Das Objekt an sich war sehr groß und befand sich ebenfalls in einer Erbengeschichte. Je nach Ausgang des Erbverfahrens war ein Mietkauf im Gespräch. Wir kümmerten uns darum, dass das Erbverfahren weitergeführt wurde. Nebenbei suchten wir immer noch (seit Beginn des Gerichtsverfahrens) nach einem Stück Land zum Kauf. Pachten wollten wir nicht mehr. Auf Teneriffa war dies für uns finanziell alleine nicht möglich. Die Grundstückpreise waren dort viel zu hoch.
Da die Kinder von Lisa bereits spanisch sprachen, hatten wir eigentlich vor, in Spanien zu bleiben. Gelegentlich schauten wir aber auch in Italien und Portugal. Von Portugal war ich schon lange angetan. Mit 22 hatte ich dort einen dreiwöchigen Aufenthalt mit der Bundeswehr und die Wanderung Richtung Santiago hatte ebenfalls ihre Eindrücke bei mir hinterlassen. Die portugiesische Mentalität ist freundlich, aufgeschlossen und sehr herzlich.
ItalienWir besuchten Italien, jedoch war die Gegend nicht Lisas Fall und die Objekte waren mehr Ruinen als Gebäude. Irgendwann rief mich Lisa an den PC und zeigte mir eine Quinta in Portugal, die zum Verkauf angeboten wurde. Auch war die Rede davon, dass man über die Art und Weise eines Verkaufes reden könne. Nach einem kurzen Telefonat mit einer der Besitzerinnen, machten wir uns etwas später gemeinsam auf den Weg nach Portugal. Das Grundstück selbst kam für uns nicht in Frage. Viel zu teuer und die Besitzerinnen waren sich auch nicht wirklich sicher, ob sie es verkaufen wollten. Da Lisa ebenfalls von den Portugiesen angetan war, haben wir begonnen, intensiver nach Bauernhöfen in Portugal zu suchen. PandaNach einiger Zeit war uns klar: in Portugal gibt es für unser Geld etwas zu kaufen. So beschlossen wir im November 2013, Teneriffa am 04.04.2014 zu verlassen. Da ein ständiges hin und her fliegen um Grundstücke anzusehen für uns nicht in Frage kam, begannen wir unseren Haustand aufzulösen, bzw. ihn auf rund 4,5 qm³ zu reduzieren. Ein vollbeladener Citroen Jumpy und eine beladener Fiat Panda! Wir buchten die Fähre und machten eine Unterkunft für vier Monate klar.
In Portugal angekommen begannen wir umgehend mit der Quintasuche. Wir schauten uns ca. 10 Quintas an, bis wir das passende Grundstück gefunden hatten, das wir dann auch kauften.
Wir zogen am 01.09.2014 auf unser Land. Zu viert bezogen wir das obere Häuschen – 24 m². Wir hatten nicht mehr als ein Dach über dem Kopf, eine Tür die wir verschliessen konnten und alles was es für ein einfaches Leben braucht.KücheWir bauten uns aus Brettern und Blocksteinen eine Küchenzeile. Wasser gab es zuerst nur über eine Gieskanne, später hatten wir ein 55 Liter Fass mit Wasserhahn am „Waschbecken“. Wir bauten eine provisorische Dusche, aus einem Einkochtopf mit Wasserhahn, einem Stück Gartenschlauch und einer kleinen Spirale zum Erwärmen des Wassers mit Sonnenenergie. Als es kälter wurde installierten wir einen kleinen Ofen, um zu heizen. Die Matratzen bekamen ein Bettgestell und für unsere Kleider gab es ein Bretterregal mit Blocksteinen. Für die kälteren Monate gab es dann eine große Plastikwanne, die wir im Haus als Dusche mit Gieskanne umfunktionierten.
Wir organisierten Internet und kauften uns eine kleine Solaranlage für den 12 V-Betrieb. Nebenher hatten wir begonnen, unseren kleinen Rohbau auszubauen. Die Hälfte des Bodens war Erde, die andere Hälfte schräg gegossener Beton. Unser Geld ging recht schnell zu neige, so dass wir beschlossen, über unseren Newsletter nach finanzieller Unterstützung zu fragen. Geplant war ein neues Auto mit portugiesischer Zulassung und die Vergrößerung der Solaranlage mit 240 V Stromanschluss. Dank Euch konnten wir an dieser Stelle über private Kredite und Spenden unsere Vorstellung realisieren. DANKE!
Mitte 2015 sind wir dann in unser schön gemachtes Häuschen gezogen. Und der Winter kam. Überall Nässe und Schimmel, den wir mit Alkohol bekämpft haben. Ich habe eine Allergie entwickelt und konnte nicht mehr im Haus schlafen, verbrachte daher die Nächte im Auto. Unsere partnerschaftlichen Probleme, die wir meines Erachtens schon aus Teneriffa mitgebracht hatten, kamen zu dieser Zeit vollends an die Oberfläche. Unsere Kommunikation reduzierte sich auf das Nötigste. DrainagegrabenIch war länger in Deutschland und Lisa ging danach für einige Zeit nach Deutschland und dann auf den Jakobsweg. Während dieser Zeit präparierte ich das untere Häuschen. Der Drainagegraben wurde tiefer gemacht und rund um das Haus wurde ein 1,2m breites Vordach angebaut. Nach ihrer Rückkehr zog Lisa den Schlussstrich, und ich war damit auch einverstanden! Es war an der Zeit, dass wir unsere Beziehung beendeten, da unsere Sichtweisen in wichtigen Bereichen, wohl eher in entgegengesetzte Richtungen gehen. Wir fühlen uns beide besser, seit wir nicht mehr in einer Paarbeziehung leben! Die Zeit in Portugal haben wir uns gegenseitig blockiert und das gesamte Projekt und die Entwicklung auf dem eigenen Land wurde dadurch ausgebremst. Wir haben uns räumlich getrennt, Lisa lebt mit den Kindern im unteren Häuschen, ich im oberen. Lisa war über Weihnachten in Peru. Kurz zuvor kam ein Teil des Schimmels zurück. KalkKurzerhand beschloss ich, die Decke mit Folie für ein Luftpolster abzuspannen. Außerdem habe ich alle Bereiche die von Schimmel befallen wurden, mit selbst gemachter Kalkfarbe zu streichen. Nun ist das Häuschen schimmelfrei, da Schimmel auf reinem Kalk keine Lebensgrundlage hat. An den Wänden setzt sich allerdings immer noch Kondenswasser ab, was mit einem Lappen dann aufgenommen werden muss.
Lisa wird die Quinta voraussichtlich im Laufe des Jahres verlassen.
Trotz aller Anstrengung gab es natürlich auch wunderschöne Momente – mit Lisa, den Kindern und auch mit vielen der Mitbewohner. Ohne diese Momente hätte das Projekt wohl nicht bis heute überlebt.
Alles war gut so wie es war, es hat mich/uns gefordert und gefördert und an den Punkt gebracht an dem ich/wir jetzt stehen. Schwierigkeiten sind dazu da, um sie anzugehen und gemeistert zu werden oder aber auch um daran zu scheitern. Denn oft ist das Scheitern kein Verlust, sondern im Nachhinein ein Gewinn! Wir durften Erfahrungen sammeln, um uns zu entwickeln, zu sehen was geht oder eben nicht! Alles was ich/wir die letzten Jahre erleben durften, war ein Geschenk des Lebens und ist mit Geld nicht zu bezahlen!
Das Projekt wird weitergehen!
Danke Euch allen für die Unterstützung.
Kai

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