Umarmungen, Augenblicke, Obst und Prada

24. Dezember 2018 | Von | Kategorie: Portugal

So ein unfassbar erfüllender Tag!

Ende November 2018 brachte mich eine kleine Deutschlandreise wiedermal nach Frankfurt. Im Zentrum meiner kleinen Reise stand auch die Kontaktaufnahme zu fremden Menschen. Das wollt ich schon länger mal machen! So kaufte ich mir einen großen Bogen Papier, teilte ihn und schrieb mir 4 Zettel „Free Hugs“, „Augenblicke“, „Umsonst“ und die Aufforderung, Überschüssiges abzugeben – zum Weiterreichen.

Ich ging in einen Supermarkt, kaufte 8 Kilo Äpfel, Bananen, Orangen, Brötchen und etwas Käse, an der Kasse gab es noch ein Kartenspiel (Werbegeschenk ab 30€) zum weiter verschenken, von dem netten Herren vor mir, der es nicht haben wollte. Dann suchte ich mir ein Plätzchen, neben einer Kirche, beim Weinachsmarkt.

Free Hugs Ich war etwas aufgeregt, wie die Passanten so reagieren.

Dass ich irgendwo bin und praktisch als Anlaufstelle für Fragen und Gespräche bin, kenn ich ja schon von meinem vorigen Urlaub, bei dem ich 4 Tage auf dem Frankfurter Flughafen gestrandet war und dort meinen besten Urlaub verbracht hatte, eine tiefe spirituelle Reise mit so vielen unzähligen Begegnungen und Ereignissen, dass ich alleine über diese Tage ein Buch schreiben könnte, fast, doch das ist eine andere Geschichte.🙂

Ich baute meine Sachen auf und legte die Zettel dazu. Viele zogen unverändert ihre Bahnen, dennoch begannen unmittelbar danach die Augenblicke, anders als gedacht, aber ich habe den Menschen, wenn auch meist nur ganz kurz, direkt in die Augen gesehen, meine Angst und das schnelle wegsehen, wenn sich ausnahmsweise, in der Vergangenheit, doch mal zwei Blicke treffen, hatte ich in meinem Flughafenabenteuer weitgehend aufgelöst.

Es war schön zu beobachten, wie die Neugierde, die Blicke auf unterschiedlichste Weise zu mir brachte, ebenso der Zettel, der auf dem Boden lag, las einer das Wort „Augenblicke“, folgten viele und das nächste waren meine Augen, das sie sahen, so schön, auf beiden Seiten. Auf diesem Weg zum Augenkontakt zu kommen, löste überdurchschnittlich viele Lächeln bei meinem Gegenüber aus.

Die Menschen wechselten sich unentwegt ab, in meine Augen zu sehen, viele blieben neutral, doch so viele gemeinsame schöne Momente, von Freude und einem Hauch von Glücksgefühl, das sich auf meiner Seite, über den Tag, aus einem kleinen Bächlein, zu einem riesigen sanften Fluss entwickelte.

Interessant war auch, euch Frauen zu beobachten, das Spiel „ich guck, aber du wirst es nicht bemerken“, die Zeiten waren zumindest, an diesem einen Tag vorbei, interessante Tricks und Techniken, manchmal hab ich mich gefragt, wie ihr das macht und doch nicht irgendwo dagegen lauft :-). Ist wahrscheinlich auf beiden Seiten ähnlich. Ich hab so getan, als ob ich nicht guck und sie dennoch im Auge behalten, das funzt aus der stärkeren Position heraus, ich war der, der so gut wie nie als Erster wegguckte, früher immer, ich behielt den Überblick, das Gegenüber verlor ihn, oder so ähnlich, nicht ganz in Worte zu fassen, und Schwups erwischt, öfter ein Lächeln auf beiden Seiten, schönes Spiel.😅

Viele sprachen mich an und hatten sichtlich Freude an meinem Tun, den ganzen Tag bekam ich gesagt, wie toll meine Idee sei. Ich wurde aller höchst verweihräuchert und ja, ich habe es genossen, die daraus entstehenden Glücksgefühle, fühlen zu dürfen, so viele, so schöne Gespräche mit so tollen Menschen!

Die erste Umarmung ließ auf sich warten, mein Kopf versuchte hier und da anzusetzen, haben zu wollen, aber das Ganze war auch so bereits so schön, das mein Drama-akt-Regisseur, der haben will, nicht gehört wurde.😁Free Hugs

Die erste Umarmung kam dennoch bald, eine tiefe innige Umarmung, wie ich sie bei guten Freunden kenne, mit einer mir überaus gut gefallenden wunderschönen Frau. wow, erste große Überraschung.

Die zweite Umarmung überraschte mich noch etwas mehr, ein etwas kleinerer, breitschultriger Mann, dem viele wohl Nachts nicht in einer dunklen Gasse begegnen wollten, ich denk mal ein Türke, er war von der Weihnachtsmarkt Security, den mein Handeln sichtlich berührt hatte, wir erzählten eine Weile und auf meine Frage „na nimmste mich in den Arm“ kam nur ein, „ja klar, komm her“, auch sehr, sehr nahe und so herzlich. Ich nahm alle in den Arm, die wollten. Auch zwei ganz süße ältere Damen.

Nebenbei verteilte ich mein Obst, sprach jeden an, wo ich dachte, dass er/sie etwas brauchen könnte und wenn sie wollten, umarmte ich auch sie. Es bestand Bedarf, doch offen waren nur die wenigsten, daher freute ich mich besonders, wenn der/die eine oder andere sich darauf einließen. Free Hugs, so schön!

 

Zu meinem Obst gesellte sich ein halbes Hähnchen und 2 Kinderriegel und als die Hälfte verteilt war, hatte ich bereits 40 Cent mehr, als ich selbst in das Obst investiert hatte. Klar war, dass das Geld wieder in Obst fließen würde, um es weiter zu reichen. Hatte allerdings den Gedanken „OK, aber dann werd ich ja nie fertig, kommt je mehr rein als rausgeht“ – schmunzel. Auf dem Weg zum Supermarkt verteilte ich weiter Obst, da ich ja neuen Platz brauchte für den Nachschub.

Meine schönste und lustigste Umarmung entstand beim Nachkaufen im Supermarkt, als ich um die Ecke kam, geriet ich zwischen einen Papa und seinen Sohn, die gerade am Faxen machen waren. Papa machte in dem Moment eine Geste, die dem Arme ausbreiten, vom In-den-Armnehmen ähnlich war. Ich breitete meine Arme aus, er folgte und schwups hatten wir uns im Arm und standen dann, inklusive seiner Frau, lachend im Supermarkt, wie immer bedankte ich mich für die Umarmung und ging weiter. Dass mir der Kopf nicht abgefallen ist, grenzt fast an ein Wunder, denn ich grinse fast rundherum.🤣

Es wurde dunkel und die Menschen veränderten sich, sie waren mehr mit sich und ihrem Tun beschäftigt, gehetzter, beschäftigter, verschlossener, dennoch hatte ich weiterhin viel Freude, viele Augenkontakte, Gespräche und die ganzen wundervollen und individuellen Umarmungen.

Ein Netter älterer Russe (auch Security), nicht ganz so grimmig wie der Türke, war praktisch mein Stammgast zum Erzählen, nahezu bei jeder Runde blieb er eine Weile bei mir stehen und wir tauschten uns aus. Die Polizei dagegen zog unbeeindruckt ihre Bahnen, sehr, sehr selten, ging mal ein Blick auf meine Zettel, einen Augenblick gab es nicht, ach ne, nicht ganz, so um sieben, steuerte eine sehr grimmig guckende Polizistin mit ihrem Kollegen direkt auf mich zu. Ich schaute ihr unentwegt in die Augen und ich grinste, was anderes konnte ich eh nicht machen, fühlte sich so unbeschreiblich gut in mir an. Klar war sofort, sie war nicht begeistert mich da so stehen zu sehen, sie teilte mir mit, das dies zu nah am Weihnachtsmarkt nicht gestattet sei, der Hinweis auf das Einvernehmen der Security, war unnütz, ich sollte ungefähr 7 Meter weiter ziehen. Ich teilte ihr freundlich mit, das sie der Boss sei und ich ganz klar machen werde was sie sagt. Sie las meine Zettel und ihr Unverständnis wuchs sichtlich und sie wollte wissen, was das denn überhaupt solle. Der Hinweis auf Freude, schöne Gefühle, Menschen die was brauchen und das es Zeit ist aufeinander zuzugehen verpuffte. Sie meinte, dafür habe ich mir wohl die allerschlechteste Zeit ausgesucht, ich dachte da etwas gegenläufig, wollte aber wissen, wie sie das meinte. Die Angstkultur, tatsächlich meinte sie, es sei doch

gefährlich fremde Menschen in den Arm zu nehmen, die könnten doch krank sein und mich anstecken. Ich sah und sehe das anders.

Ein Paar wenige dieser oder ähnlicher Reaktionen konnte ich über den ganzen Tag wahrnehmen, Kopfschütteln, Stirnrunzeln, kleinere Bemerkungen des Unverständnisses. Doch auch sie, sind ein wichtiger Bestandteile dieses Tages und unentbehrlich, denn sie gaben mir die gegenläufige Erfahrung, es gibt immer einen, der dagegen ist, egal was ich tue. Es war gut, wichtig, richtig und vor allem tat es dem Ganzen keinen Abbruch, vielleicht eher das Salz in der Suppe, ganz ist etwas, wenn alles in einem angemessenen Rahmen da ist!

Nach dieser Begegnung beschloss ich, mein Zeug zusammen zu packen, es fühlte sich passend an und ich begann den Rest meines Obstes zu verteilen, denn auch das war eingeschlafen. Eine meiner letzten Orangen legte ich neben einen Schlafenden und das Leben führte mich wieder an diese Stelle zurück, da mir gesagt wurde, in diese Richtung gäbe es ein Starbucks mit Internet, das länger auf hätte. Ich hatte Strombedarf, zum Regeln meiner Weiterreise, so ging ich noch einmal zurück.

Von weitem sah ich meine Orange einsam und verlassen dort liegen, wo ich sie platziert hatte und daneben lag eine schwarze Kiste, fühlte sich schwer an, ich nahm beide mit. Das Starbucks war geschlossen, egal.

Es gibt ja den Spruch „gib und du wirst bekommen“, richtig geht der ja eigentlich „gib bedingungslos und du wirst bekommen“. Ich setzte 7 € für das Obst ein und nun hab ich ein teures Parfüm für ca. 65 € ( Prada L’Homme Intense 100ml Original, kein Fake, bei Interesse melde dich, günstig abzugeben, dacht so an 30-40€).

Ja es stimmt, denn nicht nur das Geld, auch meine Freude und Energie haben sich vervielfacht, ich strahlte anscheinend, denn den ganzen Abend und die Nacht hindurch, gab es auch ohne Zettel weiterhin Umarmungen, fast jeder, der mich anquatschte wurde gefragt, ob ich ihn/sie umarmen darf, so wurden aus 25, über die Nacht 40 Umarmungen, weiß nicht, mindestens 500 mal kurz in die Augen geguckt, eher mehr, zwei längere Augenkontakte und unzählige Gespräche, fast die ganze Nacht hindurch, und immer noch bin ich voller Energie und spüre wie die Umarmungen und die Blicke in mir wirken und mich immer noch etwas berühren und es ist mittlerweile schon mehr als 20 Tage her.

Mein größtes Geschenk kam später, doch das ist eine ganz eigene Geschichte…

Dies wird nun öfter mein Leben begleiten! Gerne lade ich dich ein, dich beim nächsten Mal zu beteiligen, Free Hugs zu verteilen, mit mir oder einfach an einem anderen Ort, zur gleichen Zeit. Ich komme gerne in deine Nähe, bin fast deutschlandweit unterwegs, mit Flixbus und Ryanair. Bin mindestens 1-2x im Jahr in Deutschland, wohl in Zukunft öfter, meld dich über das Kontaktformular oder trag dich in den Newsletter ein!

Am 31.12.18 werd ich nach Viseu in Portugal gehen.

Eigentlich schreibe ich sehr gerne, trotz meiner miserablen Rechtschreibung, gruselig finde ich die Korrektur meiner Texte, selbst Rechtschreibprogramme versagen.

Insgesamt brauchte ich für diesen Text rund 5 Stunden, mit Rechtschreibprüfung und wahrscheinlich findest du immer noch viele, viele Fehler.

Da ich aufgrund der unklaren Lage, um das Grundstück (Gerichtsverfahren), weiterhin keine Einnahme im Zuge des Projektes habe, wäre es toll, sofern dir meine Geschichte gefallen hat, wenn du mir ein Paar Cent dafür spenden könntest und/oder teil es doch auf deiner Facebook/Instagram/Whateverseite. Gerne auch

den Link dazu in deinem Newsletter versenden oder auf deiner Webseite platzierst. bei Interesse findest du hier meine Bankdaten

Sollte ich 1,00€ die Stunde damit erreichen, hätte ich bei 150 Stunden/Monat Geschichten schreiben alles was ich zum einfachen Leben Bräuche (keine Instandhaltung. Mir wurde ja bereits öfter von Gästen und Mitbewohnern gesagt, ich solle ein Buch schreiben, meine Deutsch Lehrerin, würde die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, lach.

Dank meiner Expartnerin habe ich gelernt, wie wenig ich wirklich brauche und Erfüllung nicht im Geld zu finden ist! Es gibt unbeschreiblich viel Sicherheit, zu wissen, das ich auch mit 50€ im Monat alles habe, was ich brauche, wobei ein bissel mehr darf es dann schon sein!

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Frohe Weihnachten, einen Guten Rutsch, viele Augenblicke, Free Hugs und etwas umsonst und allen die genug haben, den Mut, etwas abzugeben, ohne dafür etwas zu bekommen!

Danke

Kai

 

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Kontodaten Verwendungszweck: Schreiben 😉

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